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Medizinische Abtreibung

Bei einer medizinischen Abtreibung ist entweder das Leben der Mutter bedroht oder  die schwangere Frau bzw. das Paar erfährt,
nach einer Chorionzottenbiopsie (ab der 6ten bis 8ten Schwangerschaftswoche),
nach einer Fruchtwasseruntersuchung (ab der 13ten Woche) oder nach einer Ultraschall (nach der 16. Schwangerschaftswoche), dass das Baby behindert und unter Umständen nicht lebensfähig ist.
Normalerweise rät die Schulmedizin zu einem schnellen Schwangerschaftsabbruch.

Ich empfehle, dass die Betroffenen sich ihre Zeit nehmen, die sie brauchen, um eine Entscheidung treffen zu können. Die Bekanntgabe der Fehlentwicklung bzw. von Missbildungen des Babys ist für die Eltern zunächst mal ein Schock.
Von daher warten Sie, bis Sie sich wieder entscheidungsfähig fühlen und holen Sie, wenn Sie möchten, eine zweite Meinung ein. Wenn die Frau bzw. das Paar es gut antreffen, arbeitet ein Psychologe in der Klinik bzw. Praxis, mit dem sie neben dem medizinischen auch ein psychologisches Beratungsgespräch führen können.
Wichtig ist, dass es keinen Grund zu Eile gibt, solange nicht das Leben der Mutter gefährdet ist.
Für manche Betroffene kann es richtig sein, einen Schwangerschaftsabbruch schnell vornehmen zu lassen (Je nach dem in welcher Schwangerschaftswoche die Frau sich befindet, wird die Geburt eingeleitet). Die meisten Frauen, die zu mir kommen, hätten sich jedoch mehr Zeit gewünscht für diesen Entscheidungsprozess, um es besser verarbeiten zu können.

Wie schon unter dem Abschnitt Fehlgeburten beschrieben, nehmen Sie sich bitte Zeit für den Abschied mit dem Baby, wenn möglich zusammen mit Ihrem Partner.
Wenn Ihnen dies zu diesem Zeitpunkt nicht möglich ist, können Sie es zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.
Schaffen Sie Erinnerungsmöglichkeiten an das Baby, so wie es Hannah Lottrop in ihrem Buch „Frühe Hoffnung – Jähes Ende“ beschrieben hat.
Bestimmen Sie den Zeitpunkt des Abschiedes. Dies ist etwas ganz Individuelles!
In dem Film „Mein kleines Kind“ von Katja Baumgarten wird in einer Dokumentation gezeigt, wie die schwangere Frau sich dazu entscheidet, ihr krankes Baby auf natürliche Weise auf die Welt zu bringen und sich diese Zeit mit dem Ungeborenen gibt. Sie überlässt der Natur den Zeitpunkt des Abschiedes. Auch dies ist möglich. Wenn die Frau bzw. die Familie, wie in diesem Fall, sich nicht zu einem vorzeitigem Abbruch entscheidet, ist es hilfreich positive Unterstützung innerhalb der Familie, von Freunden und/oder professionellen Begleitern zu haben.
Es gibt heute Vereine und Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern, sowie viele Bücher

(Siehe Kontakte u. Literatur) Für viele ist es sehr unterstützend nicht alleine mit dem Schicksal und dem Verlust zu bleiben.

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