Die ersten Wochen

Wie schon erwähnt, dauert das Wochenbett etwa 6 Wochen. Das Ende des Wochenflusses ist ein äußeres Merkmal. In dieser Zeit hat sich die Gebärmutter vollständig zurückgebildet.
Es ist ein gemeinsames Ankommen und Kennen lernen.
Wie sind die Bedürfnisse und Rhythmen des Kindes? Welche Besonderheiten und Eigenheiten bringt dieser neue Mensch mit und welche Veränderungen entstehen durch das Zusammenleben. Welche Herausforderungen zeigen sich dadurch, dass die Eltern nun 24 Stunden jeden Tag für ein zunächst auf Hilfe angewiesenes Neugeborene da ist?
Jede Familie erlebt diesen elementaren Umbruch individuell verschieden. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei, ob es Ressourcen in der Familie und in der sozialen Umgebung gibt, oder die Mutter bzw. die Eltern eher alleine auf sich gestellt sind.
(Siehe Therapien-Eltern-Kind „Frühe Hilfen“)
Die Empfehlung ist: nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um sich in diese neue Lebenssituation einzuleben und schauen Sie, welche Unterstützung Ihnen gut tut.
Wie ist der Schlaf- und Essrhythmus? Hat das Baby Verdauungsprobleme oder nicht?
Hier gibt es sehr viele und sehr unterschiedliche Ratschläge. Bitte beachten Sie dabei, dass jeder Mensch und natürlich auch jedes Baby anders ist.
Stillen Sie nach Bedarf oder ist ein Rhythmus für Mutter und Kind besser?
Schlafen Sie und ihr Kinder besser, wenn Sie zusammen in einem Raum/Bett sind, oder wenn Sie getrennte Schlafzimmer haben?
Dies kann sich natürlich jederzeit für einen von Ihnen verändern.

Noch ein ganz wichtiger Hinweis zum Thema „Verwöhnen“:
Es gibt ihn leider immer noch: den gut gemeinten Ratschlag, das Kind nicht zu verwöhnen.
Sie können Ihrem Baby soviel Körperkontakt, Liebe und Zuwendung geben, wie Sie möchten. Wärme und Geborgenheit sind lebenswichtig für eine gesunde Entwicklung des Kindes!
Es ist die Grundlage einer gesunden körperlichen wie seelischen Gesundheit! Dies ist heute wissenschaftlich nachgewiesen.
Sie können allerdings Ihr Kind an bestimmte Verhaltensweisen und Rhythmen gewöhnen. Ich spreche hier nicht von den ersten 3 Monaten, in denen um das gegenseitige Kennenlernen und Vertraut werden geht. Doch zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat können Sie bei unterschiedlichen Bedürfnissen, z.B. den Schlaf oder Essensgewohnheiten, beginnen das Baby an bestimmte Rhythmen zu gewöhnen. Seien Sie dabei sanft und gleichzeitig entschieden. Wenn das Baby Unentschiedenheit oder Unsicherheit spürt, bleibt der Erfolg meistens aus. Warten Sie auf den Moment, in dem Sie spüren, dass Sie etwas verändern bzw. einführen möchten. Oft reicht Ihr innerer Entschluss, um die Veränderung zu bewirken.

116_Rhee_20101020_1_side